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   Was ist Yoga eigentlich ???                                                             

Yoga ist hip, alle machen es, überall wird es angeboten: Im Fitness-Studio um die Ecke, im Sportverein, in der Betriebssportgruppe ... ja, sogar die Kinder im Kindergarten und in der Schule haben Yogakurse. Stars & Sternchen übern genauso fleissig wie die Freundin oder der Nachbar.

Aber was steckt eigentlich dahinter? Ist Yoga immer gleich Esoterik? Stimmen die Vorurteile, dass Yoga 'Wolldeckensport' ist oder dass man sich beim Üben verrenken muss?

Die Antwort auf die letzten beiden Fragen lautet eindeutig NEIN!       

Yoga ist "salonfähig" geworden. Und eine Verbindung zum Thema Esoterik ist insofern vorhanden, als dass Yoga einem spirituellen Kontext entspringt, der vielen von uns fremd ist und der hier das erste Mal kollektiv in den 68ern bzw. während des "New Age"- Booms auftauchte, damals häufig als befremdlich und abgedreht empfunden.


Yoga kommt aus Indien und die ältesten historischen Funde im Yoga-Kontext werden auf ca 4000 (!) Jahre geschätzt. Hatha-Yoga, so wie wir es heute kennen und praktizieren ist um die 800 Jahre alt.

Das Wort Yoga entstammt dem Wort
"YUJ" , einem Wort aus dem Sanskrit und bedeutet übersetztsoviel wie "anschirren", "anjochen" oder "verbinden".

Dies soll u.a. bedeuten, dass der Geist über das Praktizieren von Yogaübungen zur Ruhe kommen und der Mensch sich an das Göttliche
- die Quelle, das all-eine, den inneren Lehrer -  (rück-) anbinden kann. Die Âsanas, die klassischen Körperübungen, sind zwar im Hatha-Yoga von großer Bedeutung, stellen letztlich aber nur einen Teilaspekt dar.

Der klassische Hatha-Yoga, so wie er im Westen meistens praktiziert und interpretiert wird, baut auf einem sehr alten Text auf, der auch heutzutage noch große Gültigkeit und Anwendbarkeit findet:

Die Yogasutren des Patanjali

In aller Kürze zusammengefasst geht es um den "ashtanga", den achtgliedrigen Pfad des Yoga:

Grundliegende Verhaltensregeln und ethische Werte wie z.B. Gewaltlosigkeit  ("Ahimsa") oder Wahrhaftigkeit ("Satya" ), Reinheit ("sauca") oder Zufriedenheit ("Samtosha") bilden die Grundla
ge des Yoga in Form der so genannten Yama & Niyama.
Hierauf baut alles weitere auf:  Âsana (Körperübungen), Prânâyâma (Atemlenkung), Prathyahara (nach innen Richten der Sinne), Dharana (Konzentration & Kontemplation), Dhyâna (Meditation) und Samâdhi (Verschmelzung mit dem Göttlichen).

Die Yogasutras ( oder  auch Yogasutren genannt) wurden von Patanjali, einem indischen Weisen in dem Zeitraum von 200 v.Chr.  bis 200 n.Chr. verfasst und an seine Schüler weitergegeben.

Da die Sûtras - mehrere hundert Verse in Sanskrit - nur aus jeweils einigen wenigen Wörtern besteht und in ihrer Essenz sehr aussagekräftig sind, sind die Studien dieses Textes auch heute noch von dem Wissen und der Interpretation eines Lehrers abhängig. Sie sind sich in den Aussagen sehr ähnlich, aber man kann doch einige Unterschiede finden, wenn man Lehrer der unterschiedlichen traditionen hört oder verschiedene Bücher dazu liest.

Diese acht Glieder des Yoga bilden im Westen im Grunde genommen den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Yogatraditionen.

Yoga ist demzufolge eine Möglichkeit, sein Leben bewusst(er) zu gestalten und zu erleben- und ist heute noch genauso aktuell wie vor 1800 Jahren (!).

Das Schöne dabei ist:

es handelt sich um einen wirklich lebenspraktischen Weg und ist auch in unserem Kulturkreis gut umsetzbar.

Im Hatha- Yogaunterricht üben wir :

  • Âsana (Körperübungen)
  • Vinyasa & Karana (Bewegungsabfolgen)
  • Prânâyâma (Lehre der Atemlenkung)
  • Konzentration & Kontemplation (Dharana)
  • Meditation (Dhyana)

    • Körperwahrnehmungs- und Energieübungen,
    • Visualisierungen, 
    • Mantras und Tönen
    • Yogaphilosophie und Hintergründe
    • Yogapsychologie
    • Yoga Nidra, die yogische Tiefenentspannung!
    Ich selbst erlebe meinen Körper immer wieder als das für mich optimale Werkzeug, um mich auf allen Ebenen besser kennen zu lernen, zu erleben, bewusster mit mir und dem Leben umzugehen und Ruhe im Geist entstehen zu lassen. Yoga hilft mir, meine Seele in den Einklang zu bringen.Mir bereitet es unglaublich viel Freude meinen Körper mit Präsenz und Genauigkeit zu erleben und über die körperliche Ebene wirklich tief nach innen gelangen zu können.

    Wenn ich zusammenfassend sagen sollte, was Yoga für mich bedeutet würde ich sagen:


    "
    Yoga bedeutet für mich : immer wieder zu erleben dass Körper, Geist und Seele untrennbar miteinander verbunden sind und wir über die Arbeit mit unserem Körper undunserem Atem anfangen können, uns zu entdecken und ehrlich mit uns selbst zu sein. Yoga heißt für mich den Mut zu entwickeln uns den richtigen Platz im Leben zu geben; nach Innen zu lauschen; bereit sein zu fühlen, was wir fühlen - und bereit zu sein wirklich die verantwortung für unser Glück und Wohlergehen in die Hand zu nehmen."


    In der Arbeit mit den Teilnehmern liegt mir sehr am Herzen immer wieder neu zu schauen:

    Wer ist heute mein Gegenüber und was braucht derjenige als Unterstützung? Und dabei achtsam zu sein, mit dem was da ist - ein bißchen "Entschleunigung" ins Leben zu lassen und dennoch herauszubekommen,   wo die "Komfort-Zone" liegt, um in die eigene Kraft zu kommen.

    Ich freue mich sehr, wenn TeilnehmerInnen gerne kommen und sie irgendwann für sich anfangen zu spüren, dass sich was verändert. 

    Wenn wir den Mut finden auch mal still zu werden - denn in der Stille (und ich meine uns allen innewohnende innere Stille, den Zustand von cittavrittinirodaha ) finden wir alles, was wir brauchen und wissen müssen.                                                                                                                    "Irgendwie hat sich in meinem Leben ganz schön was verändert, seit ich Yoga übe," sagte neulich mal eine Teilnehmerin zu mir. Das sind Momente, in denen ich wiederum ganz still werde und einfach nur freue, dass Yoga eben doch ein bißchen mehr ist als "nur Sport" (((-;

    Meister wie Sri Krishnamacharya,B.K.S. Iyengar, Patthabi Jois und Yogalehrer wie z.B. Clive Sheridan, Dona Holleman und Bryan Kest, aber auch die Übungsweise des Viniyoga in der Tradition von der Familie Mohans, wie es an der Yogaschule Braunschweig gelehrt wird, prägen und inspirieren mich in meiner eigenen Übungspraxis - und somit auch meinen Unterricht.
                                                                               
    Ich danke von ganzem Herzen allen Lehrern, die mich auf meinem Weg begleiten für ihr Wissen, ihre Inspiration und ihre Liebe, die sie mir alsSchülerin entgegenbringen!

    OM SHANTI !